Bekämpfung

Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern

Der Eichenprozessionsspinner trat 2008 erstmals flächendeckend im Gebiet der Stadt Ludwigsfelde auf. Am stärksten belastet waren die Straßen mit Alleecharakter mit vielen Eichen, im wesentlichen Kreis- und Landesstraßen. Nachdem die Dimension nach dem ersten Auftreten erkannt war, wurden die Nester vom Landesbetrieb Straßenwesen im August 2008 an der am stärksten befallenen Allee, der L 793 zwischen Ludwigsfelde und Siethen, per Hebebühne abgesaugt. 2009 erfolgte die Behandlung mit einem Häutungshemmer, dessen Ziel es ist, die giftigen Raupenstadien zu unterdrücken. Dabei wird jeder Baum einzeln behandelt. 2010 erfolgte eine Behandlung der bislang weniger befallenen Bäume dieser Straße innerhalb des Ortskerns (Ringstraße/Siethener Straße), sowie L 79 zwischen Groß Schulzendorf und Ludwigsfelde, der L 795 in Siethen und der L 73 zwischen Jütchendorf und Ludwigsfelde.
Diese Maßnahmen wirken auch im günstigsten Fall nie einhundertprozentig. Es kann also ein Restbefall mit Raupen bleiben oder von benachbarten Waldbäumen herüberwandern. Ferner ist der Behandlungserfolg auch stark witterungsabhängig.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners treten nur einmal im Jahr auf. Eine Wiederholung und Verstärkung des Ereignisses im darauf folgenden Jahr ist nicht zwingend.
Die Nester des Vorjahres dienen nicht als „Brutstätte“ fürs Folgejahr. Vielmehr legen die Schmetterlinge ihre Eier in den jungen Zweigen der oberen Baumkrone ab, wo sie dann überwintern und aus denen im Frühjahr die jungen Raupen schlüpfen.

Die Stadt Ludwigsfelde hat 2008 und 2009 befallene Einzelbäume, die in der Nähe stark frequentierter Bereich (Spiel- und Sportpark, Autobahnbrücke, Kindertagesstätten) absaugen oder abflammen lassen und nicht nur Schilder aufgestellt. Da letztlich keine Eiche restlos von Raupen befreit werden kann, sind Hinweisschilder allerdings hilfreich, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die Stadt Ludwigsfelde wird den Behandlungserfolg mit den ausgebrachten Häutungshemmern aufmerksam beobachten und je nach Befallsstärke als Option für das nächste Jahr für betroffene Einzelbäume offen halten. 2009 wurde nach Begutachtung mit Mitarbeitern des Pflanzenschutzdienstes die Ausbringung des Pflanzenschutzmittels an Einzelbäumen aufgrund des geringeren Befalls nicht genehmigt. Daher wurde und wird ggf. mechanisch bekämpft.