Das Veterinäramt informiert:

Der Parasit „Dirofilaria repens (auch „Hundehautwurm“ genannt), wurde jetzt auch in Brandenburg nachgewiesen. Darauf macht das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming aufmerksam. Dirofilaria repens verursacht eine Erkrankung namens „Hautfilariose“ (kutane Dirofilariose). Daran erkranken vor allem Hunde, Marder oder Füchse. Allerdings können in seltenen Fällen auch Menschen betroffen sein, bei denen dann Haut- oder Lungensymptome auftreten.

Filarien gehören zu den Rundwürmern, die bei der Hautfilariose im Unterhautbindegewebe ihres Wirts leben. Diese Würmer werden bis zu 8 cm lang und gut einen halben Millimeter dick. Hautfilariose macht sich durch Juckreiz, Hautentzündung oder Abszesse bemerkbar. Oft werden diese Knötchen mit Tumoren verwechselt. Überträger der Krankheit sind verschiedene Arten von Stechmücken, in denen sich die Erregerlarven weiterentwickeln müssen. Allerdings sind infizierte, unbehandelte Hunde etwa 5 bis 7 Jahre Wirte dieses Parasiten und damit Quelle für neue Übertragungen durch Stechmücken.

Amtstierärztin Dr. Silke Neuling bezieht sich auf ein Schreiben aus dem Bernhard-Nocht-Institut für Institut für Tropenmedizin in Hamburg, dem Infektionen bei Hunden in Baden-Württemberg und Brandenburg bekannt sind und die daraufhin die Stechmücken als mögliche Überträger untersucht haben. Darin heißt es: „Wir haben insgesamt etwa 75.000 Stechmücken aus neun verschiedenen südwest- und nordostdeutschen Bundesländern untersucht und nur in Brandenburg Dirofilaria repens (Erreger der Hautfilariose, d. R.) nachgewiesen. Da wir die Parasiten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in den Sommermonaten Juli und August gefunden haben, scheint es wahrscheinlich, dass hier bereits eine stabile Übertragung stattfindet. Offenbar gibt es in der Region bereits eine ausreichend große Zahl infizierter Hunde oder Wildtiere.“

Die Hautfilariose kam bisher vor allem in Süd- und Osteuropa sowie in vielen Ländern Afrikas und Asiens vor. Allerdings häuften sich in den vergangenen Jahren Infektionen in Österreich, Tschechien oder Polen. „Offenbar ermöglichen Klimaveränderungen und insbesondere die Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa die Etablierung der Infektion auch in Zentraleuropa“, so das Institut für Tropenmedizin.

Deutschland galt lange Zeit nicht als gefährdet, doch inzwischen tritt die Erkrankung auch hier vermehrt auf. Dr. Silke Neuling rät allen Hundebesitzern, sich nicht nur auf herkömmliche Entwurmungsmittel und Anwendungszeiträume zu verlassen, sondern ihren Vierbeiner regelmäßig beim Tierarzt vorzustellen. Nur so könnten mögliche Infektionen festgestellt und behandelt werden.

Wer Fragen zum Thema hat, der kann sich an seinen Tierarzt oder an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Dr. Silke Neuling, wenden. Sie ist unter Telefon (03371) 608-2200 zu erreichen.