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Mauerweg in Blankenfelde-Mahlow

 

Zum gestrigen Beschluss der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, für die
Schließung des Mauerwegs 100.000 € zur Verfügung zu stellen, erklärt
Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen
Parlament:
"Mit der Verabschiedung des Haushalts wurde das mehrjährige
Schwarzer-Peter-Spiel zwischen der Landesregierung und der Gemeinde
beendet, weil sich die Gemeindevertretung gestern Abend verpflichtet
hat, "zur Finanzierung dieses Projektes bis zu 100.000 € aus dem
Gemeindehaushalt zur Verfügung zu stellen“. Das hat auch für die
Gemeinde folgende Vorteile:
· Der Mauerweg könnte komplett auf dem Kolonnenweg der
DDR-Grenztruppen verlaufen, der Kopfsteinpflaster-Umweg würde vermieden.
· Er würde an jeweils zwei Stelen vorbeiführen, die an die dort
erschossenen Flüchtlinge Eduard Wroblewski und Herbert Kiebler
erinnern.
· Die Querung der Dresdener Bahn an dieser Stelle wäre bedeutsam
auch für den Radfernweg Berlin-Leipzig.
· Die Gemeinden "Waldblick" und "Roter Dudel" würden auch auf
ihrer nördlichen Seite verbunden, die dort durch die Bahntrasse getrennt
sind.
· Die Querung könnte auch für einen späteren S-Bahnhof genutzt
werden, wenn das Gebiet zwischen den beiden Gemeinden bebaut wird.

Für all diese Verwendungszwecke gibt es im Rahmen des laufenden
Planfeststellungsverfahrens - noch - die letzte Chance, die
Bahntrassen-Querung im ehemaligen Grenzstreifen zu realisieren. Sie ist
auch kostengünstig zu haben, wenn das Land Brandenburg - wie es der
Berliner Senat getan hat - dafür die GA-Mittel in Anspruch nimmt, die zu
90 % vom Bund und von der EU und nur zu 10 % vom Land Brandenburg
aufgebracht werden müssen.

Für die Schließung des Mauerwegs hat sich neben vielen anderen
Unterstützern auch der Europa-Abgeordnete Norbert Glante (SPD)
eingesetzt. Es liegt jetzt an der rot-roten Landesregierung in
Brandenburg, ob die erst vor kurzem aufgestellten Stelen für die
erschossenen Flüchtlinge in Zukunft links liegen gelassen werden oder
durch die Schließung des Mauerwegs eine längst überfällige
historisch-politische Würdigung erfahren.

Die Landesregierung in Potsdam ist nun aufgefordert, die Finanzierung
für die Querung der Bahntrasse zügig zu beschließen, damit sie im
laufenden Planfeststellungsverfahren für den Wiederaufbau der Dresdener
Bahn und den Flughafen-Express noch berücksichtigt werden kann."

Michael Cramer MdEP
Europäisches Parlament
Die Grünen/EFA
ASP 08 G 104
60, Rue Wiertz
B-1047 Brüssel
Tel.: +32 2 28 45779
Fax: +32 2 28 49779
michael.cramer@europarl.europa.eu

26.2.2010

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