RSV Eintracht schafft Meisterstück

(Von Marcus Boljahn)
Die Basketballer des RSV Eintracht haben es tatsächlich geschafft! Durch einen 65:71 (34:49)
Auswärtserfolg beim zuvor elf Spiele in Serie ungeschlagenen Verfolger ASC 46 Göttingen ist die
Mannschaft von Trainer Denis Toroman vor dem abschließenden Heimspiel am nächsten Sonntag
gegen Bergedorf vorzeitiger Meister der 1. Regionalliga Nord. Damit erwirbt der Club nur ein Jahr
nach dem Abstieg aus der 2.Basketball-Bundesliga ProB direkt das sportliche Wiederaufstiegsrecht.
Wie schon beim vorherigen schweren Auswärtsspiel in Wolmirstedt waren trotz der noch etwas
weiteren Distanz wieder knapp 50 RSV-Anhänger, darunter der Fanclub ausgestattet mit sieben
Trommeln, mit nach Göttingen kommen. Der Gastgeber war extra in die etwas größere Sporthalle
am Felix Klein Gymnasium ausgewichen, die mit über 600 Zuschauern auch bis auf den letzten
Platz gefüllt war. Der Final- und Showdowncharakter war natürlich beiden Mannschaften bewusst,
wobei der RSV mit dieser Drucksituation zunächst deutlich besser zurecht kam. Coach Toroman
hatte sein Team offensichtlich perfekt auf den Gegner und dessen häufig angewandte
Zonenverteidigung eingestellt. Der Ball lief dabei phasenweise wie am Schnürchen bis ein frei
stehender RSV-Akteur zur Wurfaktion kam. Die Startformation Karolis Babkauskas, Petar
Zivkovic, Matt Dogan, Sebastian Fülle und Moses Pölking zeigte in den ersten acht Minuten wohl
den besten Basketball der gesamten Saison und erspielte eine 9:24 Führung. Doch auch als dann
Thabo Paul, Max Stölzel und Cliff Goncalo eingewechselt wurden, kam kein Bruch ins Spiel. Im
Gegenteil, fünf schnelle Punkte von Goncalo zu Beginn des zweiten Viertels erhöhten den
Vorsprung sogar auf 13:32 (11. Minute). Mit dem Rücken bereits zur Wand zeigten die Gastgeber
aber nun, warum sie im Vorfeld durch die beeindruckende Siegesserie und aufgrund des Heimrechts
sogar als leichter Favorit gehandelt wurden. Die individuelle Klasse von Philipp Sprung und Nick
Boakye blitzte nun bei starken Aktionen immer wieder auf. Doch es waren hauptsächlich
Einzelaktionen gegenüber Teamplay beim RSV, was das Assistverhältnis von 4:13 zur Halbzeit
verdeutlicht.
Dennoch birgt eine vermeintlich hohe Führung gerade auch auswärts immer die Gefahr, dass die
Heimmannschaft durch kleine Runs mit Unterstützung der Zuschauer wieder zurück ins Spiel
findet. Bei der Qualität des Göttinger Kaders war nach dem Seitenwechsel ein Aufbäumen auch zu
Erwarten, zumal der RSV mit bereits 16 Fouls belastet in den zweiten Durchgang ging. Und im
dritten Viertel wendete sich dann tatsächlich das Blatt. Zwar erzielte Moses Pölking gleich zu
Beginn der zweiten Halbzeit noch das 34:51, doch anschließend hatte der RSV einige Probleme
gegen die nun vielfach in Manndeckung und über das ganze Feld verteidigenden Göttinger. Pölking
handelte sich zudem in der 26. Minute sein viertes Foul ein, so dass auf Akim-Jamal Jonah nun die
Verantwortung auf der Centerposition zukam. Er war es dann auch, der per Dunking den einzigen
weiteren Feldkorb im dritten Viertel erzielte. Normalerweise hätte das Spiel hier schon gedreht sein
können, aber es war der unbändige Wille und die starke Defensive, die letztlich trotz der offensiven
Schwächephase nur 15 gegnerische Punkte zuließ. Somit konnten die Toroman-Schützlinge auch in
das Schlussviertel noch mit einer 49:54 Führung gehen. Beide Teams warfen nun natürlich noch
einmal alles in die Waagschale und Göttingen kratzte beim 54:56 (34. Minute) auch wieder am
Comeback, doch auch hier hatte der RSV die passende Antwort parat. Kapitän Sebastian Fülle
übernahm Verantwortung und schloss einen 0:7 Lauf mit einem Dreipunktewurf ab. Doch auch
diese 54:63 Führung war noch nicht die Vorentscheidung, denn die Niedersachsen kamen noch
einmal bis auf 60:63 drei Minuten vor dem Ende heran. Die Spannung war zum Greifen, beide
Teams vergaben anschließend mehrere Möglichkeiten, ehe Karolis Babkauskas mit einem
Dreipunktewurf 100 Sekunden vor dem Ende das 60:66 erzielte. In der Endphase traf der RSV zwar
nur 3 von 6 Freiwürfen, doch es reichte um den Vorsprung gegen die Stop the Clock-Taktik über die
Runden zu bringen. Was folgte war ausgiebiger Jubel nach der Schlusssirene. Kapitän Sebastian
Fülle, Tospcorer mit 20 Punkten, war es dann auch vorbehalten eine Sektflasche zu öffnen und das
Team samt Coach Toroman mit einer Sektdusche zu versehen.

Freier Eintritt zum Saisonfinale
Für das sportlich zwar nicht mehr entscheidende letzte Heimspiel am nächsten Sonntag ab 16 Uhr
gegen die TSG Bergedorf wird es für alle Zuschauer freien Eintritt geben. Der Verein möchte
zusammen mit möglichst vielen Fans die Meisterschaft feiern.

RSV: Fülle 20, Dogan 13, Pölking 11, Zivkovic 8, Babkauskas 7, Jonah 6, Goncalo 5, Paul 1,
Hildebrandt, Stölzel, Bothe -, Stenyushyn -