Hinaus ins Grüne

Die Menschen zieht es ins Freie – Ranger der Brandenburger Naturlandschaften geben Tipps für Verhalten in der Natur



Potsdam – Mit den steigenden Temperaturen zieht es die Menschen noch stärker in die Natur. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen bei Fernreisen erwartet die Naturwacht Brandenburg eine Verdopplung der Besucherzahlen in den Brandenburger Naturlandschaften im Vergleich zum langjährigen Mittel. Damit das nicht zum Problem für bedrohte Arten und Lebensräume wird, geben die Rangerinnen und Ranger Tipps und Hinweise für ein rücksichtsvolles Verhalten.



Brandenburgs Umweltstaatssekretärin und Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg Silvia Bender rät zur Ausflugsplanung abseits der pulsierenden Metropole Berlin:



„Wer Ruhe und Erholung sucht, findet sie nicht nur in den berlinnahen Schutzgebieten wie dem Naturpark Barnim oder Nuthe-Nieplitz. Es lohnen sich auch Ausflüge in andere Großschutzgebiete wie das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg oder die Naturparke Westhavelland und Stechlin-Ruppiner Land. Im Süden Brandenburgs finden Besucherinnen und Besucher in den Naturparken Niederlausitzer Heidelandschaften und Niederlausitzer Landrücken ebenfalls reichlich Platz, um die Natur und frische Luft zu genießen. Ganz im Osten lockt der Nationalpark Unteres Odertal mit seiner weitläufigen Auenlandschaft. Es gibt allerhand schöne Ecken in Brandenburg, die Lust auf Natur machen“, so Silvia Bender.



Johannes Müller von der Naturwacht Brandenburg erklärt:

„Wir freuen uns, dass so viele Menschen die heimische Natur für sich entdecken. Wir hören von Besuchern immer wieder, dass sie überrascht sind, wie schön und abwechslungsreich Bandenburg ist. Darin liegt eine große Chance, die Menschen für den Schutz der heimischen Natur zu gewinnen.“



Gleichzeitig geht das gestiegene Interesse an den Brandenburger Naturlandschaften – wie bereits 2020 – für die Naturwacht mit einem erhöhten Informations- und Aufklärungsaufwand einher. Viele der neuen Besucherinnen und Besucher scheinen nicht vertraut mit den Verhaltensregeln in den Großschutzgebieten. So registrieren die Rangerinnen und Ranger vermehrt die Missachtung des Wegegebots, illegales Zelten sowie Feuerstellen. Ferner reagieren viele Menschen auf die spürbar reduzierten Kapazitäten auf Campingplätzen oder in Unterkünften, indem sie mit ihren Wohnmobilen und Campern wild am Straßenrand oder auf Waldwegen parken.



2020 verzeichnete die Naturwacht mit insgesamt 2.412 Überschreitungen (1.151 in 2019) eine deutliche Zunahme von Verstößen in der Landschaft. Die Rangerinnen und Ranger reagieren auf den gestiegenen Besucherdruck mit erhöhter Aufmerksamkeit, Gebietskontrolle und Aufklärung der Besucherinnen und Besucher. Die wichtigsten Verhaltensregeln für einen entspannten und doch rücksichtsvollen Besuch werden in Gesprächen und auf Infotafeln kommuniziert.



„Wir erklären, weshalb es wichtig ist, auf den Wegen zu bleiben, um keine seltenen Pflanzen zu zertrampeln. Auch Hunde müssen in Schutzgebieten an der Leine geführt werden, damit streng geschützte Bodenbrüter ihre Gelege nicht verlieren. Keinen Müll in der Natur zu hinterlassen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt Ranger Karsten Voigt aus dem Naturpark Nuthe-Nieplitz.



Das Land Brandenburg hält für seine Gäste Tausende Kilometer Rad- und Wanderwege bereit, die man auch unter Pandemiebedingungen auf eigene Faust erkunden kann. An beengten Stellen wie zum Beispiel auf den zahlreichen Beobachtungstürmen ist dann wieder auf die Einhaltung des Mindestabstands zu beachten.



Ausflugstipps sowie eine Übersicht zu den Beobachtungstürmen und wichtigsten Verhaltensregeln finden Besucher unter: www.rangertouren-brandenburg.de.





Download: Infografik zum Verhalten in Schutzgebieten



Naturwacht Brandenburg

Die Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften als Mittler zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – erfassen sie Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen sowie zur Qualität von Gewässern. Zudem setzen sie zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg. Die 95 Naturwächter in Brandenburg sind wichtige Ansprechpartner für Anwohner und Touristen in den Nationalen Naturlandschaften – einem Nationalpark, drei Biosphärenreservaten und elf Naturparken. Sie begleiten jedes Jahr Tausende Gäste auf geführten Touren und stärken damit den Naturtourismus. Im Rahmen ihrer Arbeit mit Kinder- und Jugendgruppen, den Junior Rangern, weckt die Naturwacht Interesse für Natur- und Umweltschutz bei der jungen Generation. Auch am Ganztagsschulangebot des Landes beteiligt sie sich. Rund 330 Freiwillige unterstützen Brandenburgs Ranger bei ihren Aufgaben. www.naturwacht.de
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Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg

22.4.21